Esel-Trekking
Esel-Trekking
Hugo vom Eselhof

Hugo – ein Labrador kommt auf den Eselhof

aufgeschrieben von Gitte Priesmeier

So, nun ist Hugo hier angekommen. Er ist sowas von lieb, ruhig u. hatte schon ein prima Pippitraining. Hat gleich draußen gepillert u. sein Geschäft erledigt. Schon mehrfach. Er liegt jetzt hier ganz ruhig im Eßzimmer auf seiner Decke, schläft oder schaut sich um oder spielt mit seinem Ball. Die Züchterin sagte, sie hätte ihn noch einmal entwurmt Anfang der Woche. Gefressen u. getrunken hat er  hier auch gleich. Mit den Enkelkindern hat er prima gespielt. Nur unsere kleine Hündin Paula, die immer sehr eifersüchtig ist, war ein wenig sauer auf ihn. Sie wollte ihm auch gleich mal zeigen, wer hier das Sagen hat unter den Hunden. Aber das wird sich in den nächsten Tagen sicher noch regeln. Die anderen Hunde haben super gut reagiert, kurz geschnuppert, ein bißchen gespielt u. gut war´s.

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Von nun an schreibt Hugo selbst:


Bin gespannt, wie die erste Nacht mit Else in der beheizten Hundehütte sein wird. Gitte hat schon ein paar Mal nach uns geschaut. Ich war immer ganz brav in der Hütte dicht neben der kleinen Hündin Else gelegen, mein Schnuffeltuch mit den Gerüchen meiner Mama u. denen meiner Geschwister ganz dicht vor meiner Nase. Else kenn ich schon von den Besuchen vorher, mit der komme ich prima aus. Paula und Egon muß ich erst noch besser kennenlernen. Egon ist schon alt u. er hat Arthrose, er mag nicht mehr so viel mit uns anderen Hunden rumtoben. Gitte sagt, wenn es draußen wieder wärmer wird, dann hat er mehr Lust. Aber Paula u. Else toben gern mit mir rum, allerdings ist Paula manchmal ein bißchen zickig. Ich glaube, sie ist ein bißchen eifersüchtig u. sie scheint hier die Chefin zu sein. 
Bald bin ich größer, dann werden wir uns noch mal über den Posten des Chefs unterhalten. Gitte meint ja, vielleicht ist es den Labradoren auch nicht so wichtig, Chef zu sein. Das wollen wir erst mal sehen, vielleicht überleg ich mir das noch.

Und morgen geh ich wieder im Schnee rumtollen, hat mir heute schon so viel Spaß gemacht u. hinterher geh ich gleich wieder vor den Kamin!  
Gruß Hugo 

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So, nun waren wir aber mal so richtig im Schnee rumtollen. Das hat Spaß gemacht, mit Else ist es am Besten. Paula war aber heute auch nicht mehr so garstig. In meiner warmen Hütte habe ich prima mit Else geschlafen u. nur einmal Pippi gemacht u. da auch noch die Zeitung getroffen. Bin ich gut oder bin ich gut?
Gruß Hugo

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Heute habe ich den Esel Carlo von unserem Eselhof kennengelernt. Wir haben eine Esel-Schlitten-Wanderung gemacht. Ganz schön lange. 
Zuerst mußte ich üben, an der Leine zu gehen. Das habe ich ganz schön fix begriffen. Das mit links bei Fuß gehen nicht gleich, ging aber immer besser. Manchmal habe ich Gitte ausgetrickst u. hab sie rechts überholt. Gitte hat mich leicht korrigiert. Die weiß schon, wie man das macht, sie war schon mit anderen Hunden in der Hundeschule u. sie trainiert ja auch die Esel. 
Am Liebsten bin ich zwischen zwei Leuten gegangen, das schien mir sicherer.
Als ich nicht mehr so richtig Lust zum Laufen hatte, hat Gitte mich auf den Eselschlitten zu ihrem Enkel Marlon gesetzt, der hat aufgepasst, das ich nicht runterfalle, wenn der Esel Carlo beim Anziehen mit dem Schlitten ruckt. Später konnte ich schon ganz allein auf dem Schlitten sitzen. Einen "Mascha" hatte ich auch.

Beim Wandern hatte ich eine gelbe Warnweste an, heute war so viel los, ganz viele Trecker mit Schlitten hinten dran, da sollte ich auch gesehen werden. 
Bis ich allein neben den Eseln herlaufen kann, wird´s noch dauern, sagt Gitte. Ich muß erst lernen, in welchem Bereich der Esel ich mit aufhalten kann, Esel sind zu fremden Hunden oft ganz schön zickig, sie werden in Schafherden auch eingesetzt, um Wölfe u. wildernde Hunde zu vertreiben, manchmal töten sie diese auch. Esel können mit ihren Vorderhufen den Wölfen u. fremden Hunden das Kreuz abtreten. Mit den Hinterhufen können sie einen Hund direkt wegschleudern, das kann auch tödlich enden. Bei Hunden, die sie kennen, tun sie das nicht. Aber diese Hunde respektieren die Esel auch u. kennen ihre Körpersprache genau, wissen, wann und wie sie sich den Eseln nähern können.
Und das muss ich alles erst noch lernen u. die Esel müssen mich erst noch kennen lernen u. so lange muss ich bei Gitte an der Leine gehen. Else, Paula u. Egon kennen das schon alles u. werden von den Eseln respektiert. Gasthunde gehen bei den Eseltrekks immer an der Leine. Wenn sie ganz gut ausgebildet sind und die Esel respektieren u. von ihren Besitzern aus jeder Situation abgerufen werden können, dürfen sie auch gern frei laufen, auf eigene Gefahr.
Wer sich in die Eselweide "verläuft", hat ganz schlechte Karten. Die Esel leben hier in einer Herde, jedes fremde Tier wird angegriffen in ihrer Weide. Der hühnerjagende Fuchs hatte hier schon mehrfach ganz schlechte Karten!!! (hat Gitte mir schon erzählt). Die Esel haben die Hühner beschützt. Sind ja auch ihre Freunde, schlafen auch im Eseloffenstall u. manchmal dürfen die sogar auf denen reiten, Else kann das auch. Ich werde später wohl zu groß sein, um auf den Eseln zu reiten, aber im Bollerwagen kann ich mich bestimmt ziehen lassen, wenn ich mal zu müde bin. 

Das war heute eine tolle Wanderung, anschließend habe ich vor dem Kamin in Thomas´ (Gitte u. Bauer Gerd´s Sohn) Haus geschlafen, mit Else, auf der Jacke von Bauer Gerd. 

Gruß Hugo

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Nicht, dass jetzt einer auf die Idee kommt, unsere Esel wären Killer-Esel, das ist vielleicht nicht das richtige Wort, sie schützen ihre Herde u. diejenigen, die mit ihnen in ihr leben. Und ein Hund zählt nun mal für die Esel zu den Raubtieren. Der Hund muss erst beweisen, das er ein freundliches Raubtier ist u. die Privatzone der Esel beachtet, dann tun sie diesem Hund nichts mehr. 

In unserer Eselherde leben 5 Esel mit 4 Ziegen, 2 Hängbauchschweinen, 10 Hühnern, 3 Enten, 1 Gans u. 4 Pfauen zusammen. Und das schon seit Jahren. Alle teilen sich einen großen Offenstall, in dem es verschiedene Rückzugsabteile gibt. Drumrum ist ganz viel Weide u. Auslauf.

Alles klar?

Euer Hugo

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Oh ja, erleben kann ich hier viel, jeden Tag was Neues. Ich muss gar nicht weit laufen. Aber Gitte sagt, wir wollen das mal nicht übertreiben. Ich lerne schon noch alle kennen, wir haben ja viel Zeit. Die Hühner hab ich heute mal ganz kurz besucht, nur so am Zaun. Ich war ganz aufgeregt, Gitte hat gesagt: "Die läßt du fein in Ruhe, sonst gibt´s kein Ei zum Frühstück!" Oh, oh, das kann ja was werden, ein bißchen Jagdtrieb soll ja in mir drin sein, denkt Gitte jedenfalls. Da werden wir wohl dran arbeiten müssen. Aber Else, Egon u. Paula haben den auch u. haben auch gelernt, das Geflügel in Ruhe zu lassen, na ja, Paula soll ja den Mann von der Marie Gans auf dem Gewissen haben, seit einigen Jahren ist die schon Witwe, sagt Gitte. Aber da wußte Gitte auch noch nicht, wie sie das abstellen kann, jetzt weiß sie das aber u. bei mir wird sie darauf achten, das der Wolf in mir nicht durchkommt!  
Heute habe ich gelernt, wie man "Sitz" macht, das hat mir Spaß gemacht, ich wollte gar nicht aufhören. "Jetzt ist gut!" hat Gitte gesagt, da bin ich auf meine Decke getrollt u. hab eine Runde geschlafen. Lernen ist anstrengend, echt.  

Gruß Hugo

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Oh man, heute bin ich mit Gitte zu den Nachbarn gewandert. 300 m.  Ohne Schnee auf der Straße u. ohne Else. Ich wollte überhaupt nicht vorwärts u. hab mich lieber hingesetzt. Alles ganz anders als Sonntag u. sooooo viele Autos sind da gefahren, kamen alle grad von der Arbeit.  Bei den Nachbarn in der Stube hat das gaaaaanz anders gerochen als bei uns zu Hause. Die haben viele Tiere, aber keine im Haus. An den Hosenbeinen habe ich sie erschnüffelt, roch total nach Tieren, aber so welche kenn ich gar nicht. Gitte sagt, die hätten Kühe u. Katzen u. ganz viele Schweine.
Ich war ganz aufgeregt.  Und die Tischdecken hängen da bis fast bis auf den Boden, da kann man prima dran ziehen! Und sich unter dem Tisch verstecken u. nur mit der Nase rausgucken. Die sprechen da furchtbar laut, das hat mich auch total verwundert. Aber man gewöhnt sich ja bekanntlich an alles. Da werden wir wohl öfter mal hingehen. 

 

Ich bin gespannt, was morgen für neue Sachen vor meine Nase kommen. Ist echt spannend, so ein Welpenleben. Gitte hat gut zu tun mit mir. Heute hat sie einen Termin für mich für die nächste Impfung bei der TÄ gemacht u. einen in der Hundeschule. Hier wird mir schon nicht langweilig werden.
Gruß Hugo

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Heute hatte ich eine harte Prüfung: meine Chefs mußten heute ganz früh weg u. ich durfte leider nicht mit, da dort keine Hunde erlaubt waren. Ich mußte ein paar Stunden (5) allein auf der Hundedeele bleiben.  
Da ich immer so grob im Spielen mit der kleinen Else bin u. sie schon die ganze Nacht bei mir in der warmen Hundehütte war, durfte Else im Haus bleiben. Zuerst habe ich ganz schön gejault. Als ich eine Weile ruhig war, ist Gitte wiedergekommen u. hat mich ganz feste gelobt u. hat mich gestreichelt u. war ein bißchen bei mir. Dann ist sie wieder reingegangen, ich war dann auch ruhiger, weiß ja, daß sie gleich wiederkommt. Aber das hat dann doch ganz schön lange gedauert. Als sie mit dem Auto zurückkamen, war ich immer noch ruhig, hab mich gaaaaaaaaanz doll gefreut, als Gitte gleich mit mir und den anderen Hunden einen Feldspaziergang gemacht hat. Wir haben Rehspuren u. Wildschweinspuren gefunden, alle hab ich beschnüffelt. Das hat soooo gut gerochen. Leider waren die Tiere schon weg u. die Rehe ganz hinten im Feld habe ich nicht gesehen, zum Glück, sagte Gitte.  
Gruß Hugo

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Gestern war ich mit Gitte und einer Nachbarin in den Feldern spazieren. Da gab es auch ganz schön was zu erschnüffeln. Wir haben dort einen Fahrradfahrer getroffen, ich wollte ihn gleich fangen, aber Gitte hat mich zurückgepfiffen u. ich habe sofort gebremst! Jawohl! Wenn ich will, kann ich hören.

Eine kleine Frau mit Wanderstöcken kam uns entgegen, die hat ganz komisch gerochen, ich habe ziemlich lange ihre Gummischuhe beschnüffelt. Und das Komischste war, Gitte hat die auch mit Else angesprochen. Ich hab immer hin und her geschaut, meine kleine Else war doch gar nicht mit!!??

Anschließend sind wir zur Nachbarin gegangen, da hat es im Garten nach ganz vielen Hunden gerochen. Ich war ganz aufgeregt, aber gesehen habe ich keine, nur gehört. Die Hunde durften nicht rauskommen, weil sie immer so schrecklich wild sind und dann Stunden nicht aufhören zu kläffen, erklärte die Nachbarin. Beim nächsten Mal dürfen sie mitwandern, hat sie mir versprochen. Gitte hat noch einen Tee mit der Nachbarin getrunken, ich hab mich ganz lieb vor Gittes Sessel gelegt, auf ein Fell, das hat ganz toll nach Hunden geduftet. Ich hab ein Nickerchen gehalten. Als wir wieder zu Hause waren, habe ich meiner kleinen Else meine Erlebnisse erzählt, das war alles so spannend.

Gruß Hugo

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Mittlerweile habe ich schon etliche Spaziergänge mit Gitte gemacht u. einigen Blödsinn auch. Manchmal gelingt es mir, einige verbotene Sachen zu machen: Kaminholz aus dem Korb räumen gehört da zu meinen Lieblingsarbeiten, oder mich heimlich ins Büro schleichen u. mich direkt hinter Gittes Bürostuhl legen, merkt sie meistens erst, wenn sie sich umdreht u. aufstehen will. Dann gehe ich fix raus, meist noch bevor sie schimpfen kann, sie muss dann nämlich oft lachen u. bezeichnet mich als Schlingel. Wisst ihr vielleicht, was sie damit meint?
Heute beim Frühspaziergang habe ich ganz toll mit Else getobt, zum ersten Mal war Else Sieger im Nahkampf, hat die mich doch immer umgeschubst u. mir in die Kehle gefasst, da war ich machtlos. Aber nur so kriegt sie mich, ansonsten bin ich schneller. Paula ist jetzt auch recht lieb zu mir, nur so richtig toben will sie mit mir nicht, dann wird sie immer zickig. Egon hat im Moment keine rechte Lust, mit mir zu toben, Gitte sagt, ihn plagt mal wieder die Arthrose bei diesem blöden nass-kalten Wetter.  
Ach ja, zum Thema Nass: Heute waren die 5 Stufen am Eingang so nass, es regnete auch ganz schön u. ich hatte schreckliche Angst, die nassen Stufen runterzuklettern.  Gitte ist einfach mit ihrem Regenschirm losmarschiert u. hat mich da oben sitzenlassen. Da habe ich aber gejault, sage ich euch.  Aber die Gitte ist einfach nicht zurückgekommen, hat nur immer gerufen: Hugo, komm u. dann hat sie auch noch gepfiffen. Oh man, ich w o l l t e doch mit, hatte aber solche Panik vor den nassen Stufen. Dann habe ich mit einer Pfote probiert, die nächste Stufe anzutabsen, na ja, ging ja, dann habe ich die andere Pfote probiert, auch nicht soooo schlimm. Als mich Gitte dann noch mal gerufen hat u. auch noch Hugo, hiiiiiiier komm gerufen hat, da habe ich meinen ganzen Mut zusammengenommen u. bin die blöden nassen Stufen runtergehüpft. War dann gar nicht so schlimm. Ich bin wie der Blitz zu Gitte geflitzt u. die hat mich ganz doll gelobt, da war ich aber stolz auf mich!  
Jetzt liege ich auf meiner Decke u. muß mich erst mal ausruhen, so ein Welpenleben ist schrecklich anstrengend, für alle!  
Gruß Hugo

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2.2.2014

Puh, bin ich k.o. Ihr glaubt ja gar nicht, was ich heute alles erlebt habe. Es war so ein schöner Sonnen-Sonntag und so schön warm, da habe ich mit meinen beiden Chefs einen Ausflug gemacht. Ins Auto wollte ich ja nicht so gern, das ist mir irgendwie unheimlich, das Ding. Ich bleibe immer in sicherer Entfernung sitzen, Gitte holt mich dann, nimmt mich auf den Arm und trägt mich auf den Rücksitz. Ich hab´ sogar einen eigenen Anschnaller und eine Hundedecke, Gitte hat gesagt, man kann ja nie wissen, wann ich das erste Mal in den See springe. Ich weiß gar nicht, was die damit meint. Na ja, warten wir mal ab, was der Tag bringt.

Im Auto habe ich ab und zu ein wenig gejault, mir war so komisch. Immer wenn ich mein Mäulchen gehalten hab, gab Gitte mir ein Stückchen vom Leckerli. Hm, das hab´ ich schnell kapiert, da bin ich doch lieber ruhig geblieben, bin ja nicht dumm. Dann haben wir angehalten und ich durfte aussteigen. Wollte ich aber nicht, das war mir viel zu hoch von dem Sitz aus. Bin doch nicht lebensmüde! Hab´ mich fein runterheben lassen, raufgehoben hat Gitte mich ja auch.

Dann hab ich ihn gesehen, den See, den Dümmer See. Ganz schön groß und so viele Enten und Gänse drauf, ihr glaubt es nicht. So ein Geschnatter überall, von unten, von oben, von rechts und von links. Ich konnte erst gar nicht weiterlaufen, wollte mir doch alles anschauen und vor allem riechen, schnuppern, markieren.

 

Und dann sah ich sie: Hunde über Hunde, alle Sorten und Rassen. Andauernd musste ich anhalten, wurde gestreichelt und beschnuppert und alle haben gesagt: „Och ist der aber niedlich!“ Und jeder wollte wissen, wie alt ich denn bin und wie ich heiße. Ja, und dann haben  a l l e   gelacht, als Gitte gesagt hat, ich heiße Hugo! Versteh´ ich gar nicht,  i c h  finde Hugo schön, passt zu mir, sagt Gitte auch, und ich höre schon fast immer, wenn man mich so ruft. Meistens, wenn ich will…….

Wir sind auch ganz nahe an den See herangegangen, ich hab ihn ein bißchen probiert, war nichts Besonderes. Meine Vorderpfoten hab ich auch reingehalten, aber der See war sooooo kalt, schwammen noch Eisstücke drauf. Da hab ich auf ein Bad verzichtet. Gitte war das glaub ich ganz recht so. Baden üben wir ein andermal.

Wir wollten ja noch in ein Café gehen, da gibt es ein ganz tolles, sagte Gitte, da dürfen auch Hunde rein. Als wir dann aber endlich da waren, da hatte das doch an so einem schönen Tag, mit so vielen Besuchern am See, geschlossen. So´n Schiet aber auch. Also sind wir umgedreht und in ein Café in einen anderen Ort gefahren (diesmal war ich sofort ruhig im Auto, nur reinspringen wollte ich nicht, Gitte hat ein bisschen nachgeholfen).

Ihr glaubt es nicht, was dann kam, in diesem anderen Café. Ne, es war nicht geschlossen, ein großes Schild war unten an der Tür angebracht (einige von euch wissen sicher, was jetzt kommt): Hunde müssen draussen bleiben! Gitte war pottsauer. „Ne, ohne Hugo gehen wir da nicht rein, kein Wunder, das es da drin so leer ist, wo heute über 50 Hunde am Dümmer unterwegs waren.“ Genau, die können uns mal. Sind wir nach Hause gefahren, Gerd hat prima Milchkaffee gekocht und sie haben sich was vom Pizza-Service kommen lassen. Nun sitzen wir hier alle in der Stube, Else, ich, Gerd und Gitte, gesättigt und frohgelaunt (ich hab natürlich lecker Welpenfutter bekommen und Else wollte nichts, die frisst immer nur morgens, das kann  i c h  gar nicht verstehen).

Nun bin ich ganz schön müde und werde jetzt erst einmal eine Runde schnarchen. Ihr könnt euch inzwischen ja die Fotos angucken.

Na denn…………..bis unlängst!           Euer Hugo

P.S.:

Ach so, hab noch was von gestern Abend vergessen zu erzählen:

Ich hab mich versteckt! Jawoll, ganz alleine.

Gitte hat mich überall gesucht und gerufen. Ich bin ruhig liegen geblieben im Korb…………..wollte sagen Kaminholzkorb!  Wußte gar nicht, dass das so ein prima Versteck ist, da guckt keiner.

Außer, das Kaminfeuer braucht neues Holz. Da haben sie mich dann erwischt!

Na denn…………….

3.2.2014

Hugo, der Waldarbeiter

Heute habe ich mit Egon, Else, Paula und Gitte das Mittagessen zu Gerd in den Hofwald gebracht. Da war es ganz schön laut. Der Gerd hat mit der Motorsäge  große Bäume gefällt. Ich hatte ganz schön Angst, Gitte nicht. Nur als der Gerd dann gerufen hat: „Baum fällt!“ hat die Gitte doch wohl Panik bekommen und ganz schnell alle Hunde zu sich gerufen und alle mussten vor ihr `Sitz´ machen. Dann hat es schrecklich gekracht und der Waldboden hat gebebt. Da bin ich dann doch schnell zwischen Gittes Beine gekrochen. Die anderen Hunde kannten das wohl schon, die sind ganz ruhig sitzen geblieben. „Mit so viel Schiss wirst du aber kein Waldarbeiterhilfshund,“ sagte Gitte. Aber ich bin ja noch in der Ausbildung, das kann ja nur noch besser werden.

Dann war die Motorsäge ruhig und Gitte hat gerufen: „Mittagessen kommt!“ Und Gerd hat gewunken, das Zeichen, dass er uns gesehen hat und wir nun gefahrlos näher kommen konnten. Waldarbeit ist ganz schön gefährlich, da muss man aufpassen, hat Gitte gesagt.

Gerd hat dann ein Stück von dem gefällten Baumstamm abgeschnitten und wir haben das als Tisch benutzt. Gitte hat einen ganz leckeren Auflauf darauf gestellt. Das hat so gut geduftet. Aber wir Hunde durften da nicht dran.

Vor lauter Frust bin ich ein bisschen im Wald rumgestöbert und habe meinen eigenen kleinen Baum gefällt mit meinen spitzen Zähnen. Ich hab ihn gleich in kurze Stücke geknabbert, kaminholzgerecht sozusagen. Gerd und Gitte haben sich darüber amüsiert. Egon und Paula haben mir zugeschaut, die hätten ruhig auch ein bisschen Waldarbeiter spielen können, dann wären wir mit der Arbeit schneller fertig gewesen. Diese Faulpelze! Else hat sich ganz feste als Waldbodenbuddelarbeiter betätigt, die war hinterher so schmutzig, ich hätte sie fast nicht wiedererkannt. Sie musste zum Trocknen in die beheizte Hundehütte!

Als Gitte und Gerd mit Mittagessen fertig waren, ist Gerd wieder zum Bäumefällen gegangen, Gitte und wir Hunde sind nach Hause marschiert.  

Ich bin noch ein bisschen mit Egon in den Garten gegangen. Als Egon ganz kurz nicht aufgepasst hat, habe ich ihn umgeschubst und mich schnell über ihn gestellt. Sieger!!! (siehe Foto). Ha, ich krieg sie noch alle, lasst mich nur größer werden!

Ob ich wohl so groß werde, wie der Anton, der auf die Nebeneingangstür gemalt ist? Ich setze mich immer gern davor, das animiert ungemein, findet ihr nicht? (siehe Foto). Anton war auch einmal ein Hund auf dem Eselhof, er ist aber schon vor vielen Jahren gestorben, noch bevor Egon hier eingezogen ist und Egon ist schon 13 Jahre.  

Gitte denkt grad, wie schnell die Zeit vergeht. Ruck zuck bin ich auch schon erwachsen. Aber bis dahin werde ich mir schon noch einige Streiche ausdenken, darauf könnt ihr euch verlassen!

Bis unlängst………….. Hugo

4.2.2014

Heute Morgen war ich mit Gitte bei einer Freundin, die ist Tierchiropraktikerin und hat vielen unserer Tiere schon geholfen, wenn sie körperliche Probleme hatten. Das ist eine ganz liebe Frau, sie hat mir gleich eine Hundedecke und einen Ball geholt. Und ich hab ihre Katze kennen gelernt! Ich wollte ihr gleich, stürmisch wie ich bin, ein kleines Bussi geben. Das hat das Kätzchen aber völlig falsch verstanden und hat mir sofort, zack, ihre Krallen über die Nase gezogen. Da hatte ich diese aber erst mal voll von Katzen. Hoffe ja, dass ich mal eine Katze kennen lernen darf, die mit mir kuscheln will. Wenn wir da noch mal zu Besuch hinfahren, ist sie vielleicht nicht mehr so zickig, weil sie mich dann ja schon kennt. 

Heute Abend war ich dann mit Gitte noch bei ihrem Bruder in der Werkstatt. Oberflächlich sah das da recht sauber aus, aber als Gitte mich bei hellerem Licht betrachtet hat, sah sie mein blondes Fell grau eingefärbt und leicht ölig. Da hat sie mich mit dem Handtuch ordentlich abgerubbelt. Nutzte aber nichts, ich glaube, morgen steckt sie mich in die Badewanne, wenn das Heu in meiner warmen Hundehütte mich über Nacht nicht säubert. Ich werde mich ordentlich im Heu wälzen, vielleicht kann ich dem Schaumbad dann entgehen. 

Man macht als Hundewelpe aber auch was mit...............

Gruß Hugo

 

5.2.2014

Hugo verliebt sich

Das war ein Tag heute, ich sag´s euch:

Gitte ist heute mit mir auf die Feuerfarm zu ihrer Freundin Maike gefahren. Ich durfte auch mit, da konnten wir gleich das Autofahren üben, das mag ich nämlich immer noch nicht so besonders. Immer wenn Gitte die Autotür aufmacht, verdrück ich mich ganz schnell, ich weiß ja, was dann kommt! Ich soll auf den Rücksitz! Das ist mir ein bisschen unheimlich dort. Heute ging es aber schon viel besser und es war wirklich eine ganz schön lange Fahrt, ungefähr 40 Kilometer. Da muss ich über eine halbe Stunde fein ruhig hinten im Auto sitzen, liegen darf ich natürlich auch. Mir ist dann immer sooo langweilig. Dann waren wir endlich da, ich durfte aussteigen.

Gleich kamen alle Hunde an, die dort leben: Madita, Else (ja genau, dort gibt es auch eine Else, aber die sieht ganz anders aus, als meine hier auf dem Eselhof), Milla und …..EMILY (eine wunderschöne Dalmatinerhündin). Zuerst war ich ein bisschen ängstlich, Emily war ganz schön wild. Sie sprang immer vor mir herum, hat mich geschubst und wollte immerzu mit mir rennen. Ich bin mal gleich zwischen Maikes Beine gesessen, Maike kenne ich schon, die hat mich mal besucht. Nach einer Weile habe ich mich getraut und mich ein wenig umgesehen auf der Feuerfarm, die heißt so, weil dort meistens ein Feuer brennt, draußen auf dem Tippi-Platz oder drinnen im Ofen. Die haben dort auch einen Zirkuswagen, den kann man mieten, wenn man ein paar Tage ausspannen möchte und vom Stress runterkommen will, hat Gitte mir erzählt (es gibt einen Link dazu auf Gittes Homepage).

Ich habe auch mit den Kindern ein bisschen rumgetollt. Dabei kam auch Emily immer wieder zu mir, aber nicht mehr ganz so wild. Ich habe ein wenig mit ihr gekuschelt und geschmust und dabei muss es passiert sein: Ich habe mich verliebt! Glaub´ ich. Ich wollte nur noch in Emily´s Nähe sein. Wir haben uns oft unter dem Gartentisch getroffen und uns mal hier gezwickt und da angeknabbert. Was sich liebt, das neckt sich…….…weiß doch jeder! Ja, ich weiß schon, was ihr sagen werdet: Hugo ist doch noch so jung! Aber Emily ist erst 3 Jahre und der kleine Altersunterschied ist ja nun auch nicht so wild. Wenn ich erst groß bin, merkt das keiner mehr.

Dann kam ein Huhn vorbei. Ich hab es nicht gejagt und Gitte hat mich gelobt! Und was macht das Huhn zum Dank? Es hat mich gepickt!!! Jawohl! Unverschämt! Ich war schwer beleidigt und habe um alle Hühner einen großen Bogen gemacht. Trotzdem kamen immer wieder welche auf mich zu. Aber für heute hatte ich genug von den Hühnern, werde es beim nächsten Besuch auf der Feuerfarm noch einmal versuchen……..vielleicht.

Ich habe auf der Feuerfarm einen ganz großen Hundekorb geschenkt bekommen. Hellblau! Für Jungs die richtige Farbe, hat Gerd später gesagt. Na ja, Gitte legt mir noch eine schöne Decke rein und ein Kuschelkissen. Dann sieht sie von der Farbe nicht mehr viel, hat sie mir im Auto gesagt.

Als wir wieder nach Hause wollten, hat Gitte die Autotür wieder aufgemacht. Da bin ich ganz fix abgehauen, ich wollte in die Weide zu den Pferden, Eseln, Lamas und Alpakas. Ich wollte unter einem niedrigen Draht hindurch und da hat mich der Schlag getroffen! Der Stromschlag! Ich sag´s euch, das hat aber gezuckt, ich hab direkt gejault und bin wie der Blitz in die andere Richtung gewetzt. Gitte hat mich dann abgeholt, ich hab mich auch gleich auf den Arm nehmen lassen und hab Gitte mein Leid geklagt. „Jetzt weißt du, dass du in fremden Weiden nichts zu suchen hast, Hugo!“ meinte Gitte. Das braucht sie mir gar nicht zu sagen, von Stromdrähten hab ich erst mal die Nase voll.

Ich hatte auch nichts mehr gegen den Autorücksitz. Der schlägt mich wenigstens nicht, so wie der Stromdraht. Auf der Rückfahrt habe ich mich nicht mehr gemuckt, ich habe geschlafen, bis wir zu Hause auf den Hof gefahren sind.

Ja, so ein Welpenleben ist nicht einfach, man muss sooo viel lernen.

A B E R  verlieben darf man sich schon!!!

Euer Hugo

6.2.2014

Heute habe ich wieder Autofahren geübt. Wir waren einkaufen. Ich habe ganz lieb auf dem Rücksitz gewartet, bis Gitte und ihr Enkel Tinus zurückgekommen sind. Dafür habe ich auch ein Leckerli von Tinus bekommen. Warten lohnt sich, hat Gitte gesagt.

Tinus ist fast 5 Jahre alt und hat noch nicht so viel Tiererfahrung. Er durfte mich an der Leine führen, das hat schon prima geklappt. Als wir auf dem Straßenverkehrsamt warten mussten, habe ich mich neben Tinus gelegt. Gitte hat ihrem Enkel erklärt, dass ich wohl ein wenig Angst vor so vielen Leuten hab und darum so dicht bei ihm liege, weil ich dann Schutz brauche. Tinus war ganz stolz, dass er mich beschützen darf und er hat mich ganz oft gestreichelt. Da war mir dann auch nicht mehr so bange. Nach einer Weile habe ich mir die Leute, die da rumstanden, mal genauer angesehen. Ein Mann hat ganz toll gerochen, da habe ich mich auf seine Füße gelegt. Er musste lachen und sagte: „Na, du riechst wohl meine Hunde, was?“ Ja, stimmt, die habe ich erschnüffelt und da wusste ich, der Mann kann gut mit Hunden umgehen.

Drei kleine Kinder waren dort auch, aber die hatten noch viel mehr Angst als ich, und die sind zwischen die Beine ihres Vaters gekrochen. Da kann man mal sehen: Menschenkinder tun das auch, wenn sie Angst haben, nicht nur kleine Hundewelpen.

Am Ausgang haben wir dann noch einen Rollstuhlfahrer getroffen. Ich durfte ihn begrüßen. Der war sehr nett und hat mich ganz lange gestreichelt. Den hab ich richtig froh gestimmt. Gitte hat sich auch gefreut.

So, und nun will ich noch einen Spaziergang über das Feld machen. Mal sehen, was die Wildschweine in den letzten Tagen für neue Spuren gemacht haben.

Also dann……………..bis unlängst!

Euer Hugo

7.2.2014

Ich weiß gar nicht, was heute mit Gitte los ist. Den ganzen Tag ist sie so komisch. Sie sieht so traurig aus und sie hat sich schwarz angezogen, das habe ich noch nie an ihr gesehen. Ich habe mich ein bisschen an sie gekuschelt, sie hat mich gestreichelt und hat mir erzählt, dass sie auf der Beerdigung von ihrem Cousin war. Das muss ein ganz lieber Mensch gewesen sein, wenn sie so traurig darüber ist. Er hatte einen Herzinfarkt und war erst 61 Jahre alt. Ich hab´ ihn ja nicht gekannt, aber ich hab´ auch erst mal ein bisschen traurig geguckt. Das kann ich gut, hat Gitte gesagt. Lange habe ich das nicht ausgehalten und bin zum Kaminkorb gegangen und wollte ihn ausräumen, beim letzten Mal hat Gitte nämlich ganz doll gelacht, als ich mich dann hinein gelegt habe. Ich dachte, vielleicht lacht sie dann wieder. Aber heute hat das nicht geklappt, sie hat gesagt: „Hugo! Nein!“ Da habe ich mich wieder auf meine Decke getrollt. Dann eben nicht, denk ich mir was anderes aus. Ich krieg sie heute schon noch wieder zum Lachen. Else hat heute auch keine Lust zum Toben. Es regnet draußen und überall sind prima Pfützen, Else mag die gar nicht, sie ist gleich wieder ins Haus gelaufen nach dem Pillern.

Ich nicht! Pfützen sind super, da kann man prima drin herumspringen. Ich war ganz nass, Gitte hat mich mit einem großen Handtuch ordentlich abgerubbelt, damit ich das Haus nicht wieder so schmutzig mache.

 

Habt ihr eigentlich gewusst, dass ein Labrador Schwimmhäute zwischen den Zehen hat? Gitte war ganz erstaunt, als sie das erfahren hat und hat gleich bei unseren anderen Hunden nachgeschaut. Die haben das nicht! Jetzt weiß Gitte auch, warum Labradore so gern ins Wasser gehen und so gute Schwimmer sind.  Ich werde es in absehbarer Zeit auch mal mit dem Schwimmen probieren. Wenn ich Lust dazu hab. Gitte hat schon ein Spielzeug für mich gekauft, das im Wasser nicht untergeht, das kann ich dann immer wieder rausholen. Ich glaube, das wird mir großen Spaß machen.

 

Morgen soll ich nun in die Hundeschule gehen. Mein erster Schultag! Ob ich auch eine Schultüte kriege, wie die Menschenkinder, wenn sie ihren ersten Schultag haben? Gitte hat schon überlegt, was man da so alles braucht, in der Hundeschule: eine kurze Hundeleine, eine gaaaaaanz lange Hundeleine für ganz bestimmte Übungen, ein großes Handtuch, falls ich mich wieder so schmutzig mache bei dem Schietwetter, eine Decke für den Boden, wenn ich mal eine längere Pause hab, meine Warnweste, falls wir mal einen Straßenspaziergang dort machen und natürlich ganz prima Leckerlies (oder sind die dort nicht erlaubt? Ist ja eine andere Hundeschule, die  kennt Gitte noch nicht, na ja, wir nehmen auf Verdacht mal ein paar mit). Und beinahe hätte Gitte doch die Hundekotbeutel vergessen. Das geht ja gar nicht. Ich muss doch immer pillern und schei…….., wenn ich auf ein Gelände komme, wo andere Hunde auch schon waren. Echt peinlich, wenn man die Beutel vergessen hat.

So, haben wir auch an alles gedacht? Morgen Abend werden wir wissen, was wir vergessen haben.

Ich erzähle es euch dann!

Grüße von euerm Hugo 

 

P.S.: Da morgen ein neuer Lebensabschnitt für mich anfängt und ich in die Hundeschule komme, beginnt ein neues Kapitel in meinem Tagebuch: Hugo kommt in die Schule 

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